Der U-Wert sagt, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Je kleiner, desto besser. Für Sie zählt der Uw-Wert, der für das ganze Fenster gilt, nicht der Ug-Wert der Scheibe allein. Ein einfach verglastes Altbaufenster liegt bei etwa 5, ein Fenster aus den Achtzigern um 3, ein heutiges mit Dreifachverglasung bei 0,8 bis 1,0. Beim Austausch schreibt das Gebäudeenergiegesetz höchstens 1,3 W/(m²K) für das gesamte Fenster vor.
Was der Wert überhaupt misst
Der U-Wert, ausgeschrieben Wärmedurchgangskoeffizient, wird in W/(m²K) angegeben. Ausgesprochen heißt das: wie viel Watt Wärme gehen pro Quadratmeter Bauteil verloren, wenn zwischen innen und außen ein Unterschied von einem Kelvin besteht. Ein Fenster mit dem Wert 1,0 verliert bei zwanzig Grad Unterschied auf einem Quadratmeter also zwanzig Watt.
Wichtig ist nur die Richtung: kleiner ist besser. Und der Unterschied zwischen 3,0 und 1,0 ist nicht ein Drittel weniger Verlust, sondern zwei Drittel weniger.
Drei Buchstaben, die man auseinanderhalten sollte
- Ug ist der Wert der Verglasung allein (g für glazing). Er ist der beste der drei Werte und steht deshalb gern groß in Prospekten.
- Uf ist der Wert des Rahmens (f für frame). Er ist fast immer schlechter als der der Scheibe.
- Uw ist der Wert des fertigen Fensters (w für window). Er fasst Scheibe, Rahmen und den Randverbund zusammen, gewichtet nach Flächenanteil. Das ist der Wert, der zählt.
Warum das nicht bloß Buchstabenreiterei ist: der Rahmenanteil unterscheidet sich stark. Bei einem großen Element ist überwiegend Glas in der Öffnung, bei einem kleinen Badfenster überwiegend Rahmen. Dasselbe Glas ergibt deshalb je nach Fenstergröße einen anderen Uw-Wert. Wer nur den Ug-Wert vergleicht, vergleicht nicht das Fenster, das er bekommt.
Dazu kommt der Randverbund, also der Abstandhalter zwischen den Scheiben. Früher war das Aluminium, ein hervorragender Wärmeleiter genau an der falschen Stelle. Heute ist eine warme Kante Standard, erkennbar am Beschlag daran, dass ein Psi-Wert angegeben wird. Sie verbessert nicht nur den Uw-Wert, sondern verhindert auch den Kondenswasserstreifen am unteren Scheibenrand.
Welche Werte in der Praxis vorkommen
- Einfachverglasung, also eine Scheibe: um 5,0 bis 5,8. Bis in die Sechzigerjahre normal.
- Erste Isolierverglasung, Siebziger und Achtziger: etwa 2,8 bis 3,0.
- Zweifach-Wärmeschutzglas, heutige Bauart: Uw etwa 1,1 bis 1,3.
- Dreifach-Wärmeschutzglas: Uw etwa 0,8 bis 1,0, die Scheibe allein bei 0,5 bis 0,7.
Der große Sprung liegt also zwischen einem Fenster von 1980 und einem von heute. Der Sprung von Zweifach auf Dreifach ist im Vergleich dazu klein. Er lohnt sich trotzdem fast immer, und zwar weniger wegen der Heizkosten als wegen der Oberflächentemperatur: eine warme Scheibe strahlt keine Kälte ab, man kann davor sitzen, und es schlägt sich kein Wasser nieder.
Was vorgeschrieben ist
Beim Austausch von Fenstern in einem bestehenden Gebäude gilt nach dem Gebäudeenergiegesetz ein Höchstwert von 1,3 W/(m²K) für das gesamte Fenster. Für Dachflächenfenster liegt der Wert etwas höher. Das ist eine Obergrenze, kein Ziel: heutige Standardfenster unterschreiten sie deutlich, und wer eine Förderung in Anspruch nehmen will, muss ohnehin besser sein als das gesetzliche Minimum.
Was der U-Wert nicht sagt
Zwei Dinge werden regelmäßig übersehen.
Erstens: der beste U-Wert nützt nichts, wenn der Einbau nicht dicht ist. Die Fuge zwischen Fenster und Mauerwerk muss innen luftdicht und außen schlagregendicht ausgeführt sein. Ein sauber eingebautes Zweifachfenster ist besser als ein schlecht eingebautes Dreifachfenster. Das ist der Grund, warum ich beim Angebot immer über den Anschluss spreche und nicht nur über das Element.
Zweitens: Wärme kommt auch herein. Der g-Wert gibt an, wie viel Sonnenenergie durch die Scheibe kommt. Dreifachglas hat einen niedrigeren g-Wert als Zweifachglas, lässt also weniger Sonnenwärme durch. Nach Süden ist das im Winter ein kleiner Nachteil und im Sommer ein Vorteil. Für die Praxis heißt das vor allem: nicht jedes Fenster im Haus muss dieselbe Verglasung bekommen.
Dazu werde ich oft gefragt
Lohnt sich Dreifachverglasung wirklich?
In einem beheizten Wohnhaus fast immer, aber weniger wegen der Heizkosten als wegen des Wohngefühls. Die Innenscheibe bleibt so warm, dass es direkt am Fenster nicht mehr zieht und sich kein Kondenswasser bildet. In einem selten beheizten Raum oder einem reinen Nebenraum reicht Zweifachglas.
Warum steht im Angebot ein anderer U-Wert als im Prospekt?
Weil der Prospekt meist den Ug-Wert der Scheibe zeigt und das Angebot den Uw-Wert des fertigen Fensters in Ihrer Größe. Der Uw-Wert ist immer etwas schlechter, weil der Rahmen mitgerechnet wird. Achten Sie beim Vergleich von Angeboten darauf, dass überall derselbe Wert steht.
Ist ein alter Rahmen mit neuer Scheibe eine Lösung?
Fast nie. Bei einem alten Rahmen ist meist der Rahmen selbst der schlechteste Teil, dazu kommen ausgehärtete Dichtungen und ein undichter Anschluss ans Mauerwerk. Das Geld für die neue Scheibe ist dann größtenteils verschenkt.
Wie lange hält ein Fenster?
Der Rahmen hält bei ordentlicher Pflege Jahrzehnte. Was vorher altert, sind Dichtungen, Beschläge und der Randverbund der Scheibe. Wenn zwischen den Scheiben Feuchtigkeit steht oder ein grauer Schleier liegt, ist der Randverbund defekt und die Isolierwirkung dahin.
Foto schicken statt beschreiben.
Schicken Sie mir einfach ein Bild von Ihrem Fenster, der Tür oder dem Rollladen per WhatsApp. Meist sehe ich daran schon, worum es geht — und Sie sparen sich die Erklärung.